Die KI – die künstliche Intelligenz – ist in aller Munde. Chance oder Schreckgespenst oder beides? Auch für uns Biograf*innen war sie bei unserem jährlichen Mitgliedertreffen das inhaltliche Hauptthema.

Es fand am Wochenende vom 14.-16. November 2025 in Bremen statt, gut organisiert von unserer Kollegin Connie Voigt.

KI verstehen und für sich nutzen

Am Samstag hatte sie zwei KI Expert*innen der Uni Bremen eingeladen – Prof. Armin Varmaz und Dr. Katharina Riebe. In einer Mischung aus Vortrag und Übung zeigten sie uns, wofür sich die KI in der Arbeit als Biograf*in nutzen lässt, was noch kommen könnte und wovor wir uns hüten sollten. Auch wenn sich noch nicht fassen ließ, wohin sie führt: Die KI verändert unsere Biografie-Branche genauso wie andere Branchen, nimmt uns Arbeit ab und macht uns an Stellen überflüssig. Umso entscheidender ist, was keiner treffender formulieren könnte als unser herzenslieber Kollege und Gründer des Biographiezentrums, Dr. Andreas Mäckler: „Unsere besondere Stärke liegt dort, wo keine Datenbank und kein Algorithmus hinkommen – im direkten Dialog, im Zuhören, im gemeinsamen Erarbeiten individueller Lebensgeschichten, in der persönlichen Begegnung von Mensch zu Mensch. Gerade diese Beziehungsarbeit bildet den Kern unseres Schaffens.“ Danke, Andreas!

Was Biografie kann – Lesung in der Villa Sponte

Genau davon zeugte der Abend in der Villa Sponte, wo wir am Samstagabend zur Lesung eintrafen. Acht Biograf*innen zeigten die Möglichkeiten der Biografie in ihrer ganzen Bandbreite und lasen aus ihren Werken vor. Laut und leise, fröhlich und bitter, wütend und versöhnlich – alles geht und fesselt die Zuhörenden. Biografin Angela Oberthür brillierte zugleich als Akkordeonistin des Duo Amacord zusammen mit ihrem Mann an der Gitarre. Die Ausstellungs-Figuren der Künstlerin Kirsten Brünjes an den Wänden der Räume fügten der Lesung etwas ganz Eigenes hinzu.

Auf Wiedersehen 2026

Nach dem schönen Vorabend hieß es am Sonntagmorgen: Pläne schmieden, Abschied nehmen. Schön war´s gewesen: wohlbekannte Kolleg*innen wiederzusehen, neue kennenzulernen. Erfahrungen zu teilen, Tipps zu erhalten und Adressen austauschen – auch hier die unschätzbare Begegnung zwischen Kollege und Kollegin, die wir allein zuhause am Schreibtisch oft vermissen. Nächstes Jahr sehen wir uns wieder!

PS: Noch ein Satz zur KI. In ihrer schlichtesten Form trafen wir schon am ersten Abend im ehrwürdigen Bremer Ratskeller auf sie, wo unsere Gastgeberin zwei lange Tafeln für die 20 Biograf*innen reserviert hatte. Hier kurvten mehrere weiße „Teller-Sammel-Automaten“ eigenständig durch die dunklen, altertümlichen Räume, um die Kellner*innen beim Abtragen des Geschirrs zu unterstützen. Größer könnten die Gegensätze kaum sein!

Doch nun genug von der KI! Auf zu Ihrer Biografie!

Katja Sengelmann: www.sengelmann-biografien.de