Die Covid-19-Pandemie mit all ihren Quarantäneregeln setzte für mein berufliches Leben eine Zäsur. Alles stand still, auch mein Reisebüro. Dankbar nahm ich diesen Schicksalswink an.
Warum sollte ich mich nicht auf weitere meiner Talente besinnen und sie beruflich nutzen? Empathisches Zuhören, einfühlsames Nachfragen, wohlmeinende Neugier und konzentriertes Schreiben.
Ein Jahre zuvor geführtes, biografisches Interview über ein langes Leben lag in meiner Schublade und peinigte mich immer wieder: „mach was draus!“. Endlich, während des erzwungenen Corona-Stillstandes war der Moment gekommen, das Projekt zu vollenden. Noch einmal intensiv in dieses Leben hineinzutauchen. Um am Ende ein schönes Buch mit Text und Fotos übergeben zu können. Und damit unendliche Freude bei meinem Interviewpartner und seiner Familie auszulösen.
Es konnte kein Zufall sein, dass ich dann auch noch das Biografiezentrum e.V. entdeckte. Ich traf auf nette Gleichgesinnte. Nach einem bestens unterstützenden Seminar bei Andreas Mäckler, dem Vereinsgründer, stand meine Entscheidung fest. Raus aus meinem „Höhlendasein“ des homeoffice-Reisebüros, hin zu lebendigen Begegnungen und persönlichen Gesprächen als zentralem Kern der Arbeit als Biografin.
Ich bin sehr glücklich, diese mich erfüllende Arbeit gefunden zu haben und tun zu dürfen. Kürzlich, bei einem mehrtägigen Interview erfuhr ich die unendliche Dankbarkeit meines Gegenübers. Dass ich so viel Zeit „opfere“, zuzuhören! Die Dame war von der Wertschätzung völlig überwältigt. In dieser Intensität hatte sie das in ihrem 90jährigen Leben noch nicht erlebt. Funktioniert hat das vor allem auch deshalb so gut, weil sie mir ihr volles Vertrauen schenkte. Ich war berührt, von ihrer Offenheit, ihren Geschichten, ihren Schicksalsschlägen. Am Ende fühlten wir uns sehr nah, umarmten uns zum Abschied und verdrückten beide ein Tränchen.
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