Vielleicht haben Sie sich dazu entschieden, Ihre Biografie aufschreiben zu lassen und haben in einem Auftragsbiografen einen passenden Partner für Ihr Vorhaben gefunden. Nach einem oder mehreren Vorgesprächen findet das erste biografische Interview statt. Aber wie nun die Erinnerungen wecken für meine Biografie?

Spätestens wenn dieses Treffen bevorsteht, machen Sie sich vielleicht Gedanken darüber, wie Sie sich am besten auf das Gespräch für Ihre Biografie vorbereiten können. Hierauf gibt es nicht die eine richtige Antwort, dafür aber verschiedene Anregungen. Ich gebe meinen Kunden hierzu auf Wunsch Material an die Hand und möchte einige meiner Ratschläge hier teilen.

 

Tipps zum Wecken von Erinnerungen für Ihre Biografie

„Ob ich mich an alles erinnern kann?“ – In Erinnerungen stöbern

Der ein oder andere hat die Befürchtung, sich nicht alles Wichtige in Erinnerung rufen zu können. Da mag es hilfreich sein, dem Gedächtnis vorab etwas auf die Sprünge zu helfen, indem Sie in Ihrer Erinnerung kramen. Nutzen Sie hierzu, was Sie haben:

  • Blättern sie durch alte Fotoalben.
  • Lesen Sie Briefe und Postkarten, die Sie aufbewahrt haben.
  • Tagebücher und Kalender aus vergangenen Jahren eignen sich hervorragend dafür, Rückschau zu halten.
  • Machen Sie einen Spaziergang durch Ihre Wohnung und betrachten Sie die Dinge mit anderen Augen: Wann haben Sie den Esszimmertisch angeschafft, von wem haben Sie die Uhr geerbt und welche Geschichte verbinden Sie mit den Bildern an den Wänden?

 

„Ob ich detailliert und flüssig genug erzählen kann?“ – Gespräche führen

Manch eine Erinnerung kommt erst beim Erzählen. Deshalb kann es hilfreich sein, vorab mit Familie oder Freunden zu plaudern. Häufig ist der Gedankenaustausch mit Menschen, die man bereits lange kennt, besonders fruchtbar, weil sie mit ihren Anekdoten Impulse für die eigene Erinnerung geben.

Diese Methode eignet sich nicht nur dazu, Erinnerungen zu wecken, sondern auch als „Generalprobe“, um ins Erzählen zu kommen.

 

„Ob ich meinen Lebensweg rekonstruieren kann?“ – Orte verknüpft mit Erinnerungen

Manch einer ist in seinem Leben weit herumgekommen. Nehmen Sie eine Karte oder einen Atlas zur Hand und überlegen Sie:

  • An welchen Orten haben Sie gewohnt?
  • Wohin sind Sie gereist? Mit wem und aus welchem Anlass?

Falls Sie die Möglichkeit haben, Orte aus Ihrer Vergangenheit noch einmal zu besuchen, kann das eine besonders tiefschürfende Methode sein, um Erinnerungen zu aktivieren. Vielleicht müssen Sie dazu gar nicht weit reisen: Wenn Sie seit vielen Jahren im selben Ort wohnen: Gehen Sie mit offenen Augen durch Ihre Heimat. Wie sah es hier früher aus?

Eine gedankliche Reise in die Vergangenheit – auch mit dem Finger auf dem Papier – ist spannend. Bringen Sie diesmal Erinnerungsstücke als Souvenirs für Ihre Biografie mit nach Hause.

 

“Muss ich mich vorbereiten?” – spontan ins Interview gehen

Die oben genannten Methoden können Ihnen helfen, sich auf ihr biografisches Interview vorzubereiten. Genauso legitim ist es aber, ohne jede Vorbereitung in das Gespräch zu gehen. Ihre Erinnerungen tragen Sie in sich und wir Biografen stellen keine „qualitativen Ansprüche“ an das, was Sie uns erzählen.

Wir haben die Erfahrung und das Know-How, um Ihre Erzählungen zu einem attraktiven Text zu machen. Auch wenn Ihnen nachträglich noch etwas einfällt, bringen wir alles in eine stimmige Abfolge und wir streichen auch ganze Passagen wieder, wenn es Ihr Wunsch ist. Wenn Sie also von sich aus gar nicht das Bedürfnis haben, sich intensiv vorzubereiten, ist mein Tipp: Lassen Sie es! Gehen Sie unvoreingenommen in das Gespräch und vertrauen Sie auf sich und Ihre Erinnerung.

 

Ich wünsche Ihnen eine anregende Reise durch Ihre persönliche Vergangenheit und viele schöne Erinnerungen!

Rachel Fey

www.biografiestudio.de

 

P.S.: Vielleicht möchten Sie nach dem Sammeln von Erinnerungen noch einen Schritt weiter gehen und Klarheit in Ihre Gedanken bringen. Dieser Blogbeitrag wird in Kürze fortgesetzt:

Teil 2: Erinnerungen ordnen und den Fokus auf das Wichtige legen